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Teilnehmer_innen stehen fest für IN ZUKUNFT III
Blitzlichter

Neue Stücke für deutsche Bühnen-Projektstart In Zukunft III

Der bundesweite Theaterwettbewerb „In Zukunft“ startet am Samstag, dem 29. August, im Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel zum dritten Mal in Folge.

Unter vielen Bewerber_innen mit Migrationsgeschichte sind neun Autoren und Autorinnen ausgewählt worden, eine Spielzeit lang, unter fachkundiger Leitung, an ihren Theaterstücken zu feilen. Maxi Obexer, Professorin für szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin, leitet die Workshops und ist gespannt auf die neuen Teilnehmer_innen: “Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich die Autor_innen gegenseitig inspirieren.“ Am Ende der Workshop-Reihe, im April 2016, wird eine renommierte Jury ein Stück auszeichnen. Es wird in der Spielzeit 2016 am Westfälischen Landestheater (WLT) uraufgeführt werden. „Schon beim ersten Lesen einiger Stücke hatte ich das Gefühl, neue Welten zu betreten.“, so Tina Jerman von EXILE Kulturkoordination e.V. und Christian Scholze, Ideengeber und Dramaturg am WLT fügt hinzu: „ Es zeigt sich, dass Menschen mit Migrationshintergrund andere Impulse für das Theater der Zukunft geben können, andere als die, die wir Theatermacher vielleicht gewohnt sind – und diese neuen deutschen Stücke sind ein Abenteuer, auf das wir das Publikum gerne mitnehmen möchten.“

Telegramm: Die Teilnehmer_innen

Drei Autoren und sechs Autorinnen werden sich über die Wahl ihrer Themen, über Sprache,die Charakteristik ihrer Figuren, ihre stilistischen Eigenheiten und über ihre Botschaften austauschen. Einst führten sie ihre Wege aus Algerien, Bosnien, Korea, Indien, Iran, Israel, Türkei und Ungarn nach Deutschland. Sind sie angekommen? Und wie beschreiben sie das Land, in dem sie leben, ja auch geboren sind? Welche Spuren nehmen sie auf, welchen Utopien folgen sie? Und was haben sie der Gesellschaft mitzuteilen?

Havva Gülzan Ayvalik, 1972 in der Türkei geboren, in Ostwestfalen aufgewachsen, sie studierte Visuelle Kommunikation und Fotografie an der FH für Design in Dortmund. Ayvalik arbeitet freiberuflich als Grafikerin, Fotografin und Autorin hauptsächlich für interkulturelle Projekte. „Am Ende des heutigen Tages“ heißt ihr eingereichtes Exposé, dessen Titelfigur, nach dem Tod der Mutter, eine Reise nach Istanbul in die Vergangenheit unternimmt.

Kenneth Philipp George, 1970 in Indien geboren, lebt und arbeitet seit 1999 in Deutschland. Er hat Englische und Französische Literatur in Bombay studiert und arbeitet als Schauspieler und Autor. Sein performativer Stückentwurf ist eine theatrale Untersuchung über Liebe, Exil und Wurzellosigkeit . Arbeitstitel: „Motten“.

Mehdi Moinzadeh, 1978 in Iran geboren, lebt seit 1986 in Deutschland. Nach seiner Schauspielausbildung arbeitet er als Schauspieler und Regisseur sowohl auf der Bühne als auch im Film. Während des Workshops möchte er ein Drehbuch-Exposé in ein Theaterstück umschreiben. „Feuerleben-Freiheit“ handelt von der Liebe der kurdischen Yezidin Arîjîn zu dem Deutschen Theo und dem gescheiterten Versuch Freiheit und Glück miteinander zu vereinen.

Katalin Naszály, 1983 in Ungarn geboren, lebt seit 2007 in Deutschland. Während der letzten Studienjahre der Germanistik und Theaterwissenschaften in Budapest hospitiert Katalin Naszály an verschiedenen Theatern in Deutschland. Zuletzt war sie Regieassistentin im Theater Oberhausen.In ihrem poetischen Text „unter lauter fischen“ erzählen sich die Überlebenden einer unbekannten Katastrophe von „Rebeka“,wahlweise Synonym für einen Menschen,einen Ort oder einen Zustand,der nicht mehr existiert.

Yade Yasemin Önder, 1985 in Deutschland geboren als Kind deutsch-türkischer Eltern. Sie studiert nach den Linguistik und Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin,Deutsche Literaturwissenschaften und Erziehungs-Wissenschaften. Seit 2013 ist sie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig für Literarisches Schreiben eingeschrieben.In ihrer Groteske „Kartonage“ versucht ein Ehepaar seiner Altersmonotonie mit unterschiedlichen Mitteln zu entfliehen, bis ihre Tochter die „ausländische“ Altenpflegerin engagiert.

Yasmina Ouakidi, in Deutschland geboren als Kind deutsch-algerischer Eltern. Sie studierte Erziehungswissenschaften, Spiel-und Theaterpädagogik. Seit 2013 studiert sie biografisches und kreatives Schreiben an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Ouakidi arbeitet u.a. als freiberufliche Theaterpädagogin mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. In ihrem szenischen Fragment „Spiegelblicke“ spielt ein junges einsames Mädchen mit arabischen Wurzeln die Hauptrolle. Begleitet von einem Türsteher irrt sie durch die Nacht an vielen Türen vorbei auf der Suche nach dem verschollenen Vater.

Sonja Schierbaum, 1977 in Deutschland geboren als Kind deutsch-koreanischer Eltern. Sie hat in Philosophie promoviert. Seitdem lehrt sie an verschiedenen Universitäten in Deutschland und hält auf internationalen Konferenzen Vorträge und Workshops zu philosophischen Fragen. Ihr eingereichtes Exposé „Das Gespenst der Arvhivarin“ ist ein konzeptionelles Experiment über die Bedrohung der Freiheit und des „kulturellen Wissens“ durch Sicherheitsmaßnahmen.

Adnan Softić, 1975 in Bosnien geboren, lebt seit 20 Jahren in Deutschland. Er studierte Philosophie und Politologie an der Humboldt Universität zu Berlin und anschließend Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.Er ist Gastprofessor mit Studienschwerpunkt Film an der HfbK in Hamburg und mit zahlreichen installativen, multimedialen Ausstellungen im In-und Ausland vertreten. Der vorliegende Text „Nicht mehr und noch nicht“ befasst sich mit „dem Zustand, in dem man gerät, wenn man aus der Geschichte hinausgeworfen wird“.

Sivan Ben Yishai, 1978 in Israel geboren, lebt seit drei Jahren in Deutschland. Sie studierte Theaterregie sowie theatrales Schreiben an der Universität Tel Aviv. In Berlin betreibt sie eine Schule für Improvisation. Die Autorin hat einen Monolog eingereicht, der sich kulturkritisch mit dem Sein und Schein eines Großstadtlebens beschäftigt. Titel: „Your very own double crisis club.“ Sie möchte den Monolog zu einer Sinfonie mit vielen Stimmen entwickeln.

Bislang prämierte Stücke:
In Zukunft I – “ Vor Wien“ von Akin E. Sipal, UA 2012, erschienen im Suhrkamp Verlag
Zukunft II – „Disco Hurghada“ von Tania Folaji, UA 08.11.2015, Westfälisches Landestheater

Das Projekt wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
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Kontakt:
EXILE-Kulturkoordination, Tina Jerman, Wandastr. 9, D-45136 Essen
Tel.: 0201 – 747 988 40, Fax: 0201 – 747 988 80, www.exile-ev.de
Westfälisches Landestheater | Christian Scholze | Europaplatz 10 | 44575 Castrop-Rauxel
Tel.: 02305 97 80 22 | Mobil: 0173 2977 145, www.inzukunft.org

Presse: Dana Savic, Mobil: 0172 47 69 349
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"Jede Ankunft ist eine Geschichte des Abschieds.

Nicht immer wird diese Geschichte erzählt."

Adnan Softić, IN ZUKUNFT III -Teilnehmer
Sponsoren: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, EXILELogo NIDS
Sponsoren: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, EXILE