Undercover Dschihadistin

Anna Erelle, in einer Bearbeitung für das Theater von Christian Scholze
Interkulturelles Stück
Inszenierung Christian Scholze >> Ausstattung Christian Scholze >> Dramaturgie Christian Scholze >> Regieassistenz Maximilian Bock >> Anna / Mélodie Mirka Ritter >> Milan, Samuel Andreas Kunz >> Abou Bilel Neven Nöthig

Zum Stück (Material zum Download vorhanden)

“Hör mir zu! Ich liebe dich, wie ich noch nie zuvor jemanden geliebt habe. Es ist mir unerträglich, dass du auch nur noch einen Tag fern von mir inmitten all dieser Sünde lebst. Ich will dich beschützen. Ich will alle Dämonen dieser Welt von dir fernhalten. Wenn du zu mir kommst, wirst du sofort von unserem Paradies begeistert sein. Wir sind eine einzige große Familie, in der du schon jetzt deinen Platz hast – alle erwarten dich!”

Mélodie starrt ungläubig auf den Bildschirm. Noch nie hat jemand so mit ihr gesprochen. Seit kurzem skypt sie mit einem der gefährlichsten Männer der Welt. Doch er hat sie ausgewählt und ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt: Abou Bilel, ein ranghoher Offizier des sogenannten „Islamischen Staates“. Er gibt ihr einen Wert, präsentiert ihr Möglichkeiten und Perspektiven, die sie bisher nicht kannte. Je intensiver der Kontakt wird, umso stärker isoliert sie sich von ihrer familiären und sozialen Umgebung. Schließlich reist sie nach Amsterdam, um von dort zu ihm zu fliegen.
Abou Bilel ahnt nicht, dass er in eine Falle getappt ist. Mélodie ist kein Mädchen, das zum Islam konvertiert ist. Sie ist eine fiktive Figur, hinter der sich die französische Journalistin Anna Erelle verbirgt, die über die Rekrutierungsmethoden radikaler Islamisten recherchiert. Sie lässt sich zum Schein auf die Manipulationen ein, ohne wirklich zu ahnen, in was für eine Gefahr sie gerät. In Amsterdam macht sie einen entscheidenden Fehler. Weil das Guthaben ihrer Prepaid-Karte aufgebraucht ist, lässt sie für ein paar Sekunden die Maske fallen und benutzt ihr privates Handy…
Sie fliegt auf. Seitdem muss die Journalistin Anna Erelle unter diesem falschen Namen mit neuer Identität und unter Polizeischutz leben. Ihre Erlebnisse, mit welcher Aggressivität Druck auf die Opfer ausgeübt wird, wie die Verführung durchgeführt wird, welche Rolle soziale Medien spielen, all das beschreibt der inzwischen internationale Bestseller „Undercover Dschihadistin“.

Seit geraumer Zeit ist die westeuropäische Gesellschaft mit einer wachsenden Zahl junger Menschen konfrontiert, die eine Offenheit für Radikalisierungen unterschiedlicher Art entwickeln.
Laut der Islamismus-Expertin Claudia Dantschke lässt sich dabei kein besonderes Muster feststellen: „Es gibt keine Art von Herkunft, sozialer, religiöser oder ethnischer, die besonders anfällig ist, sondern es sind eher Arten von Familienstrukturen, die anfällig sind. Also, kaputte Familien, fehlende Vaterfigur, Familien, wo es kriselt, wo Jugendliche das Gefühl haben, nicht verstanden zu werden, wo autoritäre Erziehungsstile sehr stark sind. Im Grunde kann es jeden treffen.“

Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

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Bisherige Aufführungen

Pressestimmen

„[…] Wie verlaufen Gespräche, die aus Teenagern Bräute des Terros machen?
Antworten gibt das Stück „Undercover Dschihadistin“, das am Donnerstag am Westfälischen Landestheater Premiere hatte. […]
Lauernde Thriller-Spannung macht sich breit. Neven Nöthig stattet den Bärtigen in der Kampfjacke mit einer Aura von Gefährlichkeit aus, die nichts Gutes ahnen lässt für das „paradiesische “ IS-Kalifat. Ein wichtges, sehenswertes Stück.“
Ruhr-Nachrichten, Kai-Uwe Brinkmann

„[…] Das intensiv-beklemmende Bühnenstück „Undercover Dschihadistin“ am Westfälischen Landestheater in Castrop-Rauxel entwickelt einen rasanten Sog. […]
Scholze inszeniert mit nüchternem Bühnenaufbau und den drei Personen ein packendes Stück. […]Viel Applaus vom Premierenpublikum.“
Westfälischer Anzeiger, Marion Gay