Iphigenie auf Tauris

Johann Wolfgang Goethe
Klassiker

Zum Stück

Plötzlich ist jede Sicherheit verloren, hat sich alles gedreht und das geordnete Leben als Priesterin der Diana neigt sich dem Ende entgegen.
Iphigenie wird begehrt vom König selbst, Thoas, der ihr einst das Leben schenkte. Zwei Männer, die an der Küste gefangen genommen wurden, sollen nach altem Brauch der Diana geopfert werden. Es sind Iphigenies Bruder Orest und sein Freund Pylades. Thoas verlangt von Iphigenie, ihrer Pflicht nachzukommen und das Opfer zu vollstrecken. Während Orest und Pylades zur Flucht drängen, tobt in Iphigenies Seele ein unlösbarer Konflikt: Muss sie ihre vom Schicksal auferlegten Pflichten erfüllen oder darf sie ihrer Sehnsucht folgen und sich als Individuum bewähren?

Goethes Versdrama ist ein Schlüsselstück des klassischen Humanitätsideals. Im Mittelpunkt steht die Wandlung seiner Heldin, die sich von einem pflichtbewussten Mädchen zu einer Persönlichkeit entwickelt, die selbstbewusst Entscheidungen fällt und für die das eigenverantwortliche Handeln zur zentralen Charaktereigenschaft wird.

Johann Wolfgang Goethe befasste sich in den frühen 1780er Jahren erstmals mit dem Iphigenie Stoff. In dieser Zeit empfand er eine tiefe innere Unruhe und Unzufriedenheit. Erst durch seine Reise nach Italien im September 1786 konnte er zu sich finden. Noch in Rom, früh im Jahre 1787, brachte Goethe die bereits in Prosa vorliegende Fassung der Iphigenie in die endgültige Versform.

 

Hörprobe zu Iphigenie auf Tauris

Pressestimmen

„(…) Darauf das Spiel um den Fluch der Götter, um archaische Riten versus Menschlichkeit. Was hier hinter visuellen Verblendungen bestaunt werden darf, ist die ziselierte Sprache unseres Dichterfürsten. Sophie Schmidt (Iphigenie), Andreas Wobig (König Thoas), Bülent Özdil (Arkas) und die oben genannten bringen sie lebendig zum Klingen.“
Kai-Uwe Brinkmann, RUHR NACHRICHTEN

„(…) So legt Sophie Schmidt die Titelrolle denn auch erst gar nicht als Drama einer seelischen Entwicklung an, sondern stattet ihre Iphigenie von vornherein mit viel Unschuld vom Lande und reiner Seele aus. (…) Die Bühne aus Ponton-Inseln, Balkengerüsten und einem Ölfassturm mit einer angestrahlten Diana obenauf (Jeremias Vondrlik) lässt viel Raum für Charaktergestaltung, der am ehesten von Andreas Wobig in der Rolle des Taurierkönigs Thoas im olivgrauen Feldherrnmantel genutzt wird: Er ist verliebt in die kühle Iphigenie. Er ist Herrscher und geradzu verwirrt, als sie ihm beichtet, dass sie die Flucht plant. Er lässt sich ihre Worte, ihren Appell, die Wahrhaftigkeit zu belohnen, nicht nur im Kopf herumgehen, sondern auch zu Herzen. Der Beifall bei der Premiere in der Stadthalle fiel heftig bis herzlich aus.“
Jens Dirksen, WAZ/WR

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