Projekt Heimat. Die Vögel.

Christian Scholze, in Kooperation mit der Nordrhein-Westfalen-Stiftung
Inszenierung / Ausstattung / Projektentwicklung Christian Scholze >> Produktionsassistenz Eva Wodtke >> Die Frau Dagny Dewath >> Der junge Mann Ali Murtaza >> Der Mann Burghard Braun

Zum Stück

„Ohne Heimat sein, heißt leiden“, sagte schon der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski im 19.Jahrhundert. Ob ihm damals wohl schon die Probleme von Menschen mit Migrationshintergrund bekannt waren? Ob er wusste, dass vor allem die nachfolgenden Generationen keine richtige Heimat haben, da sie in dem Land, in dem sie geboren wurden, aber auch in dem Land aus dem ihre Eltern stammen, als Ausländer gelten?

Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege befasst sich anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums mit diesem Thema. In Kooperation mit dem WLT wird ein Stück über Heimat und Heimatgefühl von Menschen mit Migrationshintergrund aufgeführt. „Heimat ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis“, sagt Christian Scholze, der sich als Dramaturg und Regisseur am WLT schon oft mit Migration auseinander gesetzt hat.

Burghard Braun, Dagny Dewath und Ali Murtaza sind die drei Schauspieler auf der Bühne, die den unterschiedlichen Zuwanderern ein Gesicht geben, eine Stimme. In den kurzen Lebensepisoden dreht es sich um kleine und um große Schicksale, um die Schwierigkeit, neue Gepflogenheiten zu akzeptieren, um die Notwendigkeit, die deutsche Sprache zu lernen.

An zentraler Position des Stücks „Projekt Heimat“ spielen die Darsteller einen Ausschnitt aus der klassischen Komödie „Die Vögel“ von Aristophanes, die dem Zuschauer einen amüsanten, anarchischen Gegenentwurf zur real existierenden bürgerlichen Gesellschaft bietet. In der neu gegründeten Stadt „Wolkenkuckucksheim“, gelegen zwischen Himmel und Erde, verspricht alles besser zu sein. Für zwei Menschen, die schon lange auf der Suche nach einem lebenswerten Ort sind, verheißt ihre eigene Stadt das Ziel ihrer Wünsche. Doch ihre Sehnsucht bleibt eine Utopie, denn auch das Zusammenleben über den Wolken bringt keine besseren Menschen hervor. Es bleibt also, wie es ist. Oder auch: Die Reise geht weiter. Oder auch: Man arrangiert sich mit den Gegebenheiten, ohne sich aufzugeben. Und darüber geben am Ende die O-Töne aus dem Off Auskunft. Tenor: „Heimat ist da, wo ich lebe, wo ich meine Arbeit und meine Freunde habe.“

Zu sehen sind Fotos von der Premire an den Externsteinen in Horn-Bad Meinberg und vom Gastspiel aus dem Plenarsaal des NRW Landtages in Düsseldorf.

 

Aufführungstermine

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