Mein Freund Harvey

Mary Chase
Komödie
Inszenierung Gert Becker >> Ausstattung Elke König >> Dramaturgie Christian Scholze >> Regieassistenz/ Abendspielleitung Thomas Tiberius Meikl >> Elwood P. Dowd Berthold Schirm >> Veta Louise Simmons, seine verwitwete Schwester Vesna Buljevic >> Myrtle Mae, deren Tochter Sophie Schmidt >> Omar Gaffney, Anwalt der Familie Dowd Francesco Russo >> Dr. William R. Chumley, Psychiater Guido Thurk >> Betty Chumley, seine Frau / Mrs. Ethel Chauvenet / E. J. Lofgreen, Taxi-Chauffeur Gabriele Brüning >> Dr. Lyman Sanderson, Psychiater Roni Merza >> Ruth Kelly, Oberschwester in Dr. Chumleys Sanatorium Julia Gutjahr >> Marvin Wilson, Angestellter des Sanatoriums Bülent Özdil

Zum Stück

Elwood P. Dowd ist ein weithin respektierter Gentleman leicht fortgeschrittenen Alters, der schon immer Maßstäbe gesetzt hat. Speziell seine Souveränität im Umgang mit außergewöhnlichen Situationen, gepaart mit großer Liebenswürdigkeit, machen ihn und seine Familie zu anerkannten Mitgliedern der Gesellschaft. Betrüblicherweise zeigt seine Familie, allen voran seine Schwester Veta, Elwood gegenüber ein erschütterndes Maß an Intoleranz, als er ihnen seinen neuen Freund vorstellt: Harvey.

Harvey hat alle Eigenschaften, die man sich von einem Freund nur wünschen kann: Geduld, Hingabe, die selten gewordene Fähigkeit zuzuhören. Er äußert sich nie unreflektiert, er drängt sich nicht auf, ist stets unterstützend zur Seite und leistet moralischen Beistand. Das Problem ist, dass es sich bei Harvey um einen zwei Meter großen weißen Hasen handelt, den nur Elwood sehen kann. Während dieser nun ausführliche Gespräche über die allgemeine Weltlage mit Harvey führt, meldet Veta ihren Bruder in einem Sanatorium an. Durch ein tragisches Missverständnis wird jedoch Veta eingewiesen und der einzige, der sie aus dieser Situation befreien kann, ist Elwood.

Nachdem Mary Chases „Harvey“ 1944 den Broadway erreicht hatte, lief das Stück mit grandiosem Erfolg etwas mehr als fünf Jahre ohne Unterbrechung. Die schließlich auch mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Komödie erreichte 1.775 Vorstellungen, bevor sie dann ihren Triumphzug durch die Theater der Welt antrat. Allein in Deutschland gab es vier Verfilmungen. Mary Chase (1907 – 1981) gelang mit der Komödie der einzige große Erfolg ihrer Karriere. Für zwei Verfilmungen des Stückes in den USA schrieb sie auch das Drehbuch.

 

Pressestimmen

„[…] Urkomische Dialoge mit Psychiatern und Bekannten sind in der Kultkomödie „Mein Freund Harvey“ vorprogrammiert. […] Ein fiktiver – oder vielleicht doch ein realer – Hase stellt die Welt der Figuren auf den Kopf. Kurzweilig und auf höchstamüsante Weise sind sie auf der Suche nach dem weißen Hasen[…]. Das Stück zeichnet sich durch ein hohes Maß an Kreativität und die vielen skurrilen Charaktere aus. […]“
Laura Konieczny, WAZ/WR

„[…] Fürs WLT gings mit der Premiere […] witzig und schwungvoll in die neue Theatersaison. So ein übertriebener Gutmensch [Anm. wie „Elwood“] könnte auf Dauer etwas auf die Nerven gehen. Bei Berthold Schirm aber ist das Gegenteil der Fall. Er trägt die ganze Aufführung und macht sie erst so liebenswert. […] Umso dicker lässt Regisseur Gert Becker […] die übrigen Schauspieler auftragen. […] Die zweistündige Produktion ist so kurzweilig, dass es eigentlich der Pause in der Mitte nicht bedürfte. […]“
Klaus Stübler, RUHR NACHRICHTEN

„[…] Mein Freund Harvey“, […] ein Dauerbrenner, ist der einzige durchschlagende, mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Erfolg der amerikanischen Schriftstellerin Mary McDonough Coyle Chase (1907-1981). Ihre Mutter war irischer Abstammung und so erklärt sich der Ursprung der Harvey-Figur aus der keltischen Mythologie der Pukas: Diese sind manchmal […] Naturgeister, welche die menschliche Sprache beherrschen und ganz unterschiedliche Tiergestalten annehmen können. Bei Mary Chase freilich die eher ungewöhnliche […] eines Hasens. Den freilich nur Menschen von besonders gutem Charakter zu Gesicht bekommen. Was bei der am Premierenabend heftig umjubelten WLT-Inszenierung Gert Beckers in der so gut wie ausverkauftem Castrop-Rauxeler Stadthalle nicht anders gewesen sein dürfte.“ […] Mein Freund Harvey“ ist […] ein sehr lebensklug-verständnisvolles Stück mit geradezu philosophischem Finale.“
Pitt Herrmann, SONNTAGSNACHRICHTEN HERNE

„[…] Gert Becker hat mit dem Ensemble des Westfälischen Landestheaters Castrop-Rauxel auf der wolkig-violetten Bühne von Elke König eine äußerst kurzweilige Inszenierung auf die Beine gestellt, welche das Spiel zwischen Wahn und Wirklichkeit mit weiser Komik betreibt. […] Ein großartiger Abend.!“
Frank Becker, REMSCHEIDER GENERALANZEIGER

Aufführungstermine