Loriots Gesammelte Werke

Vicco von Bülow
Komödie
Inszenierung Gert Becker >> Ausstattung Elke König >> Dramaturgie Christian Scholze >> Abendspielleitung Mike Kühne >> Regieassistenz Felix Sommer >> Frau Blöhmann / Frl. Dinkel / Gattin / Frau Dr. Sudermann / Waltraud Bornheim , MdB / Frau Dr. Sommer / Frau Pröhl u.a. Vesna Buljevic >> Dame / Assistentin / Politesse / Gattin / Frau Hoppenstedt / Ansagerin / u.a. Julia Gutjahr >> Herr Vogel / Dr. Müller-Meisenbach / Lindemann / Herr Dr. Vogler / Dr. Klemm / Dattelmann / Ober u.a. Guido Thurk >> Herr Striebel / Herr Meltzer / Polizist / Herr Blöhmann / Herr Schmoller / Herr Müller-Lüdenscheid / Herr Pröhl u.a. Burghard Braun >> Frau Dr. K. / Beleuchter / Herr Hallmackenreuter / Dr. Klöbner / Bello u.a. Maximilian von Ulardt >> Herr Moosbach / Regisseur / Gatte / Herr Hoppenstedt u.a. Mike Kühne

Zum Stück (Material zum Download vorhanden)

Die Herren Müller-Lüdenscheid und Dr. Klöbner mit der Ente im Bad, das weichgekochte Frühstücksei, für das in der Küche 4 ½ Minuten geschuftet werden muss, der Lottogewinner, dessen Tochter in Wuppertal mit dem Papst eine Herrenboutique eröffnen wird. Der Mann, der zum Feierabend einfach nur da sitzen will und auf keinen Fall schreit. Überhaupt, Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen und früher war mehr Lametta.
Sie alle gehören zu den großen Errungenschaften der deutschen Literatur im 20. Jahrhundert. Die Sketche und Dialoge von Loriot beschreiben mit großer Feinsinnigkeit und einem unvergleichlich liebevollen Humor unser alltägliches Miteinander. Auf der Bühne entwickeln sie ihre ganze Brillanz.

»Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe.«
Genau. Schauen Sie da gar nicht erst rein, kommen Sie zu uns.

Bernhard-Victor Christoph Carl von Bülow – Vicco von Bülow – wird am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren. Der Familientradition entsprechend, wird er Offizier und leistet drei Jahre lang Kriegsdienst an der Ostfront. 1947 beginnt er ein Grafik- und Malereistudium an der Kunstakademie in Hamburg (1947 – 1949).
Unter dem Künstlernamen Loriot betätigt sich Vicco von Bülow als Cartoonist – u. a. für die Illustrierten »Stern« und »Quick«. Loriot ist die französische Bezeichnung für den Pirol, das Wappentier der Familie von Bülow.
1954 veröffentlicht Loriot sein erstes Buch mit Cartoons: »auf den Hund gekommen«. Von 1967 bis 1972 moderiert er die ARD-Fernsehsendung »Cartoon«, in der er auch eigene Arbeiten zeigt. In der 1976 produzierten, sechsteiligen Fernsehserie »Loriot« tritt er – zumeist mit Evelyn Hamann – in selbst geschriebenen Sketchen auf.
Vicco von Bülow stirbt am 22. August 2011 in Ammerland am Starnberger See.

Loriot wurde u. a. mit dem Adolf-Grimme-Preis (1973), dem Karl-Valentin-Orden (1974), der Goldenen Kamera (1978), und dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland (1998) ausgezeichnet.

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Aktuelle Termine

Bisherige Aufführungen

Pressestimmen

„[…] Sechs begnadete Komödianten […] lassen im intimen Studio des Westfälischen Landestheaters am Europaplatz in Castrop-Rauxel die Jodelschule wiederaufleben. […] Gleich zu Beginn des äußerst kurzweiligen und mit gut zwei Stunden leider entschieden zu kurzen Abends kann sich das sechsköpfige Ensemble […] in die Herzen der Zuschauer spielen. Elke König sorgt mit einer Mini-Drehbühne in ihrer abstrakt-weißen Bühne für reibungslosen Szenenwechsel: Während sich vorn gerade Julia Gutjahr und Guido Thurk vor dem kaputten Fernseher anöden, bereiten flinke WLT-Bühnenarbeiter in der Kulisse den herrlichen Skat-Sketch mit Burghard Braun, Bülent Özdil – und schon wieder diesem Tausendsassa Guido Thurk vor. […]
Gert Becker, der für das WLT neben Loriot-Hits, die von einigen Premierengästen wortgetreu mitgeflüstert werden konnten, auch eher unbekannte Perlen wie das wortlose Solo „Die Roulade“ ausgewählt hat, ist es gelungen, selbst Zeichentrick-Figuren Leben einzuhauchen – dank eines sehr disziplinierten, auf exaktes Timing getrimmten Ensembles. […]“
Pitt Herrmann, SONNTAGSNACHRICHTEN

„[…]Selten wurde eine Konfliktlösung so vergnüglich in Szene gesetzt wie in Loriots legendären Badewannen-Sketch. Selten der graue Ehealltag so treffend wie im Dialog des Mannes, der „einfach nur hier sitzen“ will, mit seiner übereifrigen Frau. Loriot-Klassiker, die in Castrop-Rauxel ebenso wenig fehlen wie der erbitterte Streit um einen Kosakenzipfel, die Härte des Frühstückseies und die Frage, ob man sich von einem kaputten Fernseher vorschreiben lassen darf, wann man ins Bett geht. Ein gut zweistündiger, unterhaltsamer Fernseh-Abend in 3D, live und in Farbe. Wärmstens zu empfehlen, und das nicht nur dann, wenn der Fernseher mal kaputt ist.“
WESTFÄLISCHER ANZEIGER

„[…] Das clevere Bühnenbild mit Drehelement ermöglicht Umbauten in Windeseile, ruckzuck stehen die Darsteller im neuen Kostüm da. Ihre Klamotten (Ausstattung: Elke König) atmen den Muff der 70er Jahre, den Loriot so treffend aufs Korn nahm. […] Herr und Frau Biedermann, pardon, Blöhmann beim Eheberater. Der Gatte küsst den Dummy. Ein noch verklemmterer Herr Direktor (Burghard Braun) nähert sich der Sekretärin (Vesna Buljevic). “Ich bin doch bloß ein Abenteuer für Sie!” Dieser Sketch war ein Höhepunkt. Linkische Begierde (von Braun superb gespielt) trifft auf schön inszenierte Slapstick-Komik. Hier wird klar, dass Loriot ein Erbe der Stummfilm-Groteske ist. Wortlos ringt Guido Thurk mit der Tücke des Objekts, dem Faden einer Roulade. Rentner Lindemann und die zungenbrecherische Ansage der britischen TV-Serie (Julia Gutjahr im Guckkasten) leben vom Text, während das Jodel-Diplom eine frühe Sitcom ist. Großes Lob an alle Beteiligten: Ein witziger, kurzweiliger Abend.“
Kai-Uwe Brinkmann, RUHR NACHRICHTEN

„[…] Jetzt hat Becker […] dem Westfälischen Landestheater (WLT) in Castrop-Rauxel und dessen kleinem, aber feinem Ensemble einen meist schönen Abend beschert, in dem natürlich auch die „Herren im Bad“ Dr. Klöbner und Müller-Lüdenscheid und das Verdikt „Die Ente bleibt draußen“ nicht fehlen. […]
Neunzehn Szenen in Folge – da sollten auch Ansätze einer möglichen Typologie sichtbar werden. Da ist die „Ansagerin“, die die ersten sechs Folgen einer englischen Fernsehserie ankündigt und sich irgendwann sprachlich verhaspelt. Da ist, übrigens von derselben Schauspielerin gespielt, die Politesse in „Parkgebühren“, die an der Straßenverkehrsordnung zerbricht. Immer geht es um Ordnungssysteme, um Normen und Ansprüche im Praxistest, um unreine Ehedialoge angesichts reiner Logik. Selbst der defekte Fernseher ist so ein System, das Viereinhalbminutenfrühstücksei auch, und der Ablauf eines Filmdrehs erst recht. […] Von Bülow hatte großen Respekt vor Hunden und sie darum schon aus Prinzip geSiezt. Bello, sein „Sprechender Hund“, hat einen zusätzlichen Reiz. Zwar kann er „Fischers Fritz fischt …“ nur als Satzmelodie hauchen, aber der Sketch zeigt auch, was hier von Schauspielern verlangt und geleistet wird. Nämlich, sich dem „Ordnungs- und Logiksystem Loriot“ in einer Weise anzupassen, die herkömmlichem Schauspielverständnis widerspricht. […]“
Rainer Wanzelius, WAZ

„[…] Obwohl manches gekürzt ist, bleibt das sechsköpfige Ensemble des Westfälischen Landestheaters bei seiner Inszenierung der „Gesammelten Werke“ eng am Original. […] Neben diesen liebevoll lieblos gespielten Ehegeschichten wartet das Stück aber zwischendurch auch mit Szenen auf, die weniger durch Schauspiel als durch Sprache überzeugen. Darunter etwas die minutenlange inhaltslose Politikerrede oder die Fernsehmoderatorin, die mit Müh und Not versucht, die bisherige Handlung einer englischen Serie zusammenzufassen. […] Beeindruckend. Dank solcher Talente ist die Aufführung weitaus mehr als ein solider Sktetchabend. Auch wenn hier ein anderes Talent posthum – zwei Jahre nach seinem Tod – eine weitere Ehrung findet. […]“
Anna Ernst, WAZ

„[…] Eskalierend, diffarmierend, absurd und den Alltag entlarvend unterhielt die Revue bestens. Mit einem hatten Loriot und die Darsteller beim „Fernsehabend“ recht: „Ich lasse mir doch von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wo ich hinschaue.“ Eben. Deshalb entscheidet man sich doch lieber fürs Theater.“
Martin Schreckenschläger, RUHR NACHRICHTEN

„[…] Mit „Loriots Gesammelte Werke“ hatte das Westfälische Landestheater mit der Inszenierung von Gert Becker sich selbst die Messlatte sehr hoch gehangen und mit Bravour erreicht. […]
Die Leichtigkeit der einzelnen und schnell wachsenden Sketchszenen realisierte das Ensemble mit einer eigens mitgebrachten Drehbühne, die auch so manch anderer Inszenierung auf der Aulabühne eine Bereicherung wäre. […]
Kult und Kultur, das bot der Abend allemal. […]“
Thomas Heinemann, GENERAL-ANZEIGER