Der talentierte Mr. Ripley

Patricia Highsmith
Krimi, in der Bühnenfassung von Bastian Kraft
Inszenierung Lothar Maninger >> Ausstattung Anna Kirschstein >> Video Anna Kirschstein >> Dramaturgie Christian Scholze >> Regieassistenz/ Abendspielleitung Felix Sommer >> Regiehospitanz Kim Bilobrk >> Tom Ripley Thomas Zimmer >> Dickie Greenleaf / Mr. Greenleaf Bülent Özdil >> Marge Samira Hempel >> Freddie Thomas Tiberius Meikl >> Polizist Roverini / McCarron Guido Thurk

Zum Stück (Material zum Download vorhanden)

Tom Ripley befindet sich auf dem absteigenden Ast, als ihm der Zufall den Vater eines ehemaligen Schulfreundes Dickie in die Arme spielt. Mr. Greenleaf ist außerordentlich besorgt um seinen Sohn, der nach Europa gereist ist, um in Italien seine Träume zu verwirklichen. Tom verspricht Greenleaf seinen Sohn aufzusuchen, um ihn dazu zu bringen, zurückzukehren und das Familienunternehmen zu übernehmen.

In Italien trifft er Dickie und dessen Freundin Marge Sherwood. Er drängt sich in ihr gemeinsames, von Wohlstand und Sorglosigkeit geprägtes Leben, manisch sehnt er sich danach, seine alte Existenz hinter sich zu lassen und so zu werden wie sie.

Die Gelegenheit ergibt sich bei einer gemeinsamen Bootsfahrt. Tom greift zum Ruder, schlägt zu – und wird Dickie.

Patricia Highsmiths Roman aus dem Jahre 1955 ist ein Klassiker der Kriminalliteratur des 20. Jahrhunderts. Highsmith schrieb das Werk in nur sechs Monaten, getrieben von der Fasziniation an der völligen Morallosigkeit ihres Helden, der ohne jede Gewissensbisse nur auf seinen Vorteil bedacht, keine Tat scheut, um seine Lebenssituation immer weiter zu verbessern.

Patricia Highsmith (1921 – 1995) war die große Dame der amerikanischen Kriminalliteratur des letzten Jahrhunderts. Das Besondere an ihren Werken liegt darin, dass sie sich nicht so sehr dafür interessierte, wer ein Verbrechen begangen hat, sondern warum ein Verbrechen begangen wurde. Ihr lebenslanges Interesse galt den Motiven und Abgründen der menschlichen Seele.

Der talentierte Mr. Ripley - Foto 1 (Volker Beushausen)Der talentierte Mr. Ripley - Foto 2 (Volker Beushausen)Der talentierte Mr. Ripley - Foto 3 (Volker Beushausen)Der talentierte Mr. Ripley - Foto 4 (Volker Beushausen)Der talentierte Mr. Ripley - Foto 5 (Volker Beushausen)Der talentierte Mr. Ripley - Foto 6 (Volker Beushausen)Der talentierte Mr. Ripley - Foto 7 (Volker Beushausen)Der talentierte Mr. Ripley - Foto 8 (Volker Beushausen) 
Der talentierte Mr. Ripley - Plakatmotiv

Aufführungstermine

Pressestimmen

„[…] Neunzig hochspannende und dabei, Guido Thurk als italienischer Carabinieri Roverini und amerikanischer Detektiv McCarrom sei Dank, immer wieder auch urkomische Minuten lang. Dabei ist es dem Regisseur und seinem Protagonisten Thomas Zimmer in der Tat auch auf den Brettern gelungen, was den Roman ausmacht und auch der aktuellen Verfilmung von Anthony Minghella eigen ist: das Publikum fiebert mit dem Titelhelden, einem, soviel muss hier verraten werden, schließlich mehrfachen Mörder, mit. […]
Die Spannung ergibt sich allein aus der Frage: Wie kommt Tom Ripley aus dieser völlig verfahrenen Situation heraus? Denn die Schlinge scheint sich immer enger um ihn zu legen, welcher Tom durch ständigen Ortswechsel zu entkommen trachtet. Hier erweist sich das einfache Bühnenbild der Ausstatterin Anna Kirschstein als kongenial: Zwei für ihre Videoeinspielungen als Leinwände dienende drehbare Raumelemente, deren Rückseiten jeweils aus einer vielfältig nutzbaren Sitzbank besteht.[…]“
Sonntagsnachrichten, Pitt Herrmann

„[…] Am Westfälischen Landestheater in Castrop-Rauxel verdichtet Regisseur Lothar Maninger die ersten Szenen aus Patricia Highsmiths Psychothriller „Der talentierte Mr. Ripley“ (1955) zu einem Film noir: stumpfe Backsteinwände, fahles Licht und tiefsitzende Hüte. […]
Regisseur Maninger entwickelt im Studio der WLT-Bühne ein pointiertes Dialogtheater. Auf zwei beweglichen Stellwänden flackern kurze Videos (Anna Kirschstein) zu Montebello, Neapel, Rom, Sanremo und Venedig; es sind keine Touristenbilder, sondern Stimmungen mit Text-Zeit-Angaben. Jazzstandards sind im Tempo Dexter Gordons zu hören.
[…] Maninger portioniert die Dramaturgie des Thrillers in zahlreichen Bildern. Die kurzen Auftritte dosieren die Spannung und lenken den Fokus immer wieder auf Tom. […]
Als unangenehme Fragensteller rütteln der eifrige Kriminalist und der coole Detektiv (beide Guido Thurk) an Toms Lügengerüst, ohne es zu Fall zu bringen. Es ist eine Jagd, bei der Tom seine Gegner täuschen kann. Das unterhält und fasziniert. Toms perfide Winkelzüge sind vor allem die Schau der Inszenierung am WLT. „Der talentierte Mr. Ripley“ hat sein Babyface am Ende gegen ein Gewinnerlächeln getauscht. […]“
Westfälischer Anzeiger, Achim Lettmann

„[…]Lothar Maninger inszeniert Patricia Highsmiths „Der talentierte Mr. Ripley am Westfälischen Landestheater konzentriert und minimalistisch. […] Anna Kirschsteins Ausstattung braucht nur zwei Paravents, aufprojizierte Dias definieren die Schauplätze. […] Das spartanische Setting schärft unseren Blick für das Spiel der Akteure. Psychologie ist nun mal der Treibsatz in Highsmiths Thrillern, weniger das Detektivische. […] Cool Jazz der 50er Jahre passt perfekt zu dieser kalten Ballade vom Triumph des Bösen. Solide gespielt und inszeniert. . […] Ruhr Nachrichten, Kai-Uwe Brinkmann

„[…] Das Ensemble […] lieferte eine Glanzleistung. […] In bewährter Zusammenarbeit strickten Lothar Maninger (Inszenierung) und Anna Kirschstein (Ausstattung) – ebenso wie in dem im Januar gezeigten Stücke „Erbarmen“ – eine verstörend dichte Kriminalstory. […] Glückwunsch an das Westfälische Landestheater. […]“
Kreiszeitung Sulingen