Bühne raus...! 2014 - Interview Maske

Die Spannung steigt, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Damit die Premiere der Stones-Show am Freitag, 13. Juni, gelingt, müssen alle Abteilungen des Landestheaters ihren Teil beitragen. Wir haben die Maskenabteilung besucht und Susann Reinhold (Leitung) sowie Sonja Gast (Auszubildende) nach dem Stand der Dinge gefragt:

Hallo, gibt es im Hinblick auf das Open-Air Theaterfest Besonderheiten zu beachten?
Susann Reinhold: Absolut! Open-Air ist nicht mit einem geschlossenen Theaterraum zu vergleichen. Zuallererst muss alles transportabel sein, weil wir auf dem Marktplatz keinen richtigen Maskenraum haben, sondern Pavillons hinter der Bühne, in denen wir uns provisorisch einrichten. Hinzu kommen die anspruchsvollen Lichtverhältnisse, vor allem dann, wenn es noch hell ist. Für uns heißt das primär, dass wir alles ein wenig kräftiger schminken, damit auch der Zuschauer in der letzten Reihe alles gut sehen kann.

Spüren Sie vor der Premiere die Anspannung der Schauspieler?
Sonja Gast: Ja, durchaus. Die meisten ahnen nicht, dass man für diesen Beruf ziemlich sensibel sein muss, weil wir ganz eng mit den Schauspielern zusammen arbeiten. Wenn die Darsteller bei uns in der Maske sind, bereiten sie sich auf ihre Rolle vor und sind dabei mal total nervös, mal ganz gelassen. Solche Feinheiten muss man sofort spüren, damit man dementsprechend auf den Schauspieler eingehen kann. Man muss da schon auch ein bisschen psychologisches Geschick anwenden.

Was ist die allergrößte Herausforderung in „Let’s spend the night together – Die Stones Show“?
Susann Reinhold: Es ein körperlich sehr anspruchsvolles Stück für die Darsteller, in dem viel getanzt und gesungen wird. Das sollte dann nicht noch dadurch erschwert werden, dass die Schminke nach zwei Songs weg ist oder die Haare der Perücke die ganze Zeit im Gesicht hängen. Deshalb versuchen wir jetzt im Vorhinein, alle Eventualitäten – auch so etwas wie starken Wind – einzuschätzen und dafür optimale Fixierungslösungen zu finden, die die Darsteller nicht in ihrer Arbeit beeinträchtigen. Während des Stücks wird außerdem hinter der Bühne sehr viel los sein, weil alle Darsteller Doppel- oder Dreifachrollen haben und sich dementsprechend mehrfach umziehen und umschminken lassen müssen.

Wir kommt man überhaupt an diesen Job? Wie wird man Maskenbildnerin?
Sonja Gast: Gut ist es immer, davor eine Friseurausbildung zu machen, um ein Grundwissen und ein Gefühl für Haare und das Frisieren zu bekommen. Danach bewirbt man sich dann an den Theatern, um dort die Ausbildung als Maskenbildnerin zu machen. Vorher macht man gegebenenfalls noch ein einjähriges Volontariat oder Praktikum. Nebenbei sollte man sich immer kreativ weiter bilden: viel zeichnen oder sich beispielweise mit Fotografie beschäftigen, einfach kreativ sein. Leider ist es nicht gerade einfach, eine Ausbildungsstelle an einem der Theater zu bekommen. In NRW gibt es neben mir aktuell nur vier weitere Azubis in diesem Bereich – es ist also echt ein schwer umkämpftes Gebiet, ein bisschen wie ein Sechser im Lotto!

Wir spielen auf der Bühne, Sie spielen mit uns WLT-Quartett (s. Fotos)! Die weiteren Karten folgen in den nächsten Tagen…