Bühne raus...! 2014 - Interview Regie

Interview mit Tankred Schleinschock
Musikalischer Leiter am Westfälischen Landestheater
Autor und Regisseur von „Let’s spend the night together – Die Stones Show“

Wie kamen Sie auf die Idee, „Let’s spend the night together – Die Stones Show“ zu schreiben?
Wir wollten gerne ein Stück über die Rolling Stones machen, weil das wirklich einzigartige Musiker sind. Das ist eine Band, die seit über 50 Jahren existiert, die immer noch auf Tour ist, die Generationen von Musikhörern und Musikern geprägt hat und die einen absolut unverwechselbaren Stil hat! Das fand ich schon ziemlich besonders. Unser Stück ist auch eine Verbeugung geworden, eine Hommage an diese tolle Band.

Steht die Band selbst im Fokus des Stücks oder haben Sie einen anderen Zugang zum Thema gefunden?
Wir haben uns dazu entschieden, die Geschichten auf der Bühne aus der Perspektive der Fans zu erzählen, es ist ein Stück der Fans geworden. Deswegen war die Idee, die ich dazu hatte, Geschichten zu sammeln. Wahre Geschichten von Leuten, die die Stones lieben, die zu den Stones Konzerten gehen mit den Stones viel erlebt haben. Ich bin dann losgezogen, habe solche Leute gesucht, gefunden und interviewt. In diesem Prozess habe ich auch einen Autor kennengelernt, der genau mit demselben Ansatz ein Buch geschrieben hat. Gerd Coordes hat mir freundlicherweise erlaubt, zusätzlich auch seine Geschichten zu verwenden, was mich sehr freut und wofür ich ihm sehr dankbar bin. Aus dem zusammengetragenen Material habe ich dann das Stück geschrieben, das heute Premiere feiert.

Hatten Sie Probleme damit, die Musik der Rolling Stones authentisch umzusetzen?
Als wir mit unserer Band angefangen haben, diese Musik zu spielen, hatten wir erstmal einen riesigen Respekt davor. Das ist schon etwas ganz Besonderes, wie die Stones ihre Musikinstrumente spielen, auf ihre Art und Weise. Das ist eine Band, die aus einer ganz anderen Ecke kommt, als viele andere Bands. The Rolling Stones sind unglaublich stark im Blues, in der amerikanischen Musik verwurzelt. Das ist nicht so eine Popband, so eine Eintagsfliege, wie sie heute häufiger mal auftauchen. Das ist eine Band, die ist über den Blues gekommen ist und dann einen ganz eigenen Stil entwickelt hat. Schon, wie die ihre Gitarren stimmen, mit den offenen Stimmungen… Keith Richards spielt die Gitarre einfach so speziell, wie sie nur Keith Richards spielen kann! Es macht uns natürlich viel Spaß, sich dann mit solchen Feinheiten auseinander zu setzten. Wir versuchen schon, die Sachen ziemlich genau nachzuspielen. Weil ich finde, zu dieser Verbeugung vor der Band gehört auch, dass man Sachen, die einfach gut sind, auch so rüber bringt. Gesanglich Keith Richards und Mick Jagger natürlich nicht imitieren, das wäre genau der falsche Ansatz. Es geht uns mehr darum, wie die Band spielt: Wie die Songs arrangiert sind, wie sie klingen. Da versuchen wir uns sehr stark an den Originalen zu orientieren. Ich habe das Ensemble dazu ermutigt, mit ihrem Gesang auf dem vorgegebenen Klangteppich der Band ihren persönlichen Weg zu finden.

Sollen sich die Zuschauer eher auf ein Konzert oder einen Theaterabend einstellen?
Also die Geschichten, das ist Theater. Und auch die Art und Weise, wie die Songs präsentiert werden, das ist auch eine theatrale Präsentation von Musik. „Let’s spend the night together – Die Stones Show“ ist ein Theaterabend, in der die Musik eine ganz entscheidende Rolle spielt.

Was ist das Besondere an der großen, musikalischen Produktion am WLT?
Wir bieten dem Publikum ja generell ein sehr buntes und abwechslungsreiches Programm. Eine feste Größe ist aber tatsächlich die musikalische Produktion, die immer auf dem Altstadtmarktplatz in Castrop-Rauxel Premiere feiert und mit der wir eine gute Tradition begründet haben. Das zeigt sich auch darin, dass wir seit einigen Jahren wirklich ganz tolle Gäste für die Produktionen verpflichten können. Das sind Sänger und Schauspieler, die sozusagen aus der Champions League des Musicalbereiches kommen und unser Ensemble sowie das Stück bereichern.

Sind Sie aufgeregt? Was steht noch an?
Ich freue mich schon sehr auf den Abend und darauf, dem Publikum endlich da zeigen zu können, woran wir so lange gearbeitet haben. Ganz besonders freue ich mich auch darüber, dass einige der Personen, die mir ihre persönlichen Stones-Geschichten erzählt haben, bei der Premiere anwesend sein werden. Das wird ein ganz besonderer Moment für mich.