Historie

25.9.1933
Gründung des Westfälischen Landestheaters in Paderborn, dort Standort des Theaters, Verwaltungsgeschäftsstelle in Bochum.

1933-1936
Intendant Josef Hamblock.

Eröffnung mit Kleists „Hermannschlacht” u. Hinrichs „Schweineschlachten”.

1936-1944
Intendant Dr. Franz Hoss.

Zitat: „Dauerndes und Großes, das lange auszuschwingen vermag, wird unserem Besucher gerecht.” Stetiges Ansteigen der Gastspielorte und Vorstellungen zeigt die Notwendigkeit einer Wanderbühne in Westfalen (1933 in 48 Orten mit 169 Vorstellungen, 1940 in 142 Orten mit 320 Vorstellungen).

1.9.1944
Einstellung des Spielbetriebs im Rahmen der Schließung aller deutschen Bühnen. Das Personal wird eingezogen bzw. zu kriegswichtigen Arbeiten abgestellt. Frühjahr 1945: Fliegerangriff auf Paderborn zerstört den gesamten Theaterbesitz.

1.11.1946
Wiederaufnahme des Spielbetriebes. Neuer Sitz: Castrop-Rauxel.
Leitung: Erwin Beudel und Friedrichfranz Stampe.

Spiellokal: Wichern-Haus (Brückenweg). Erste Premiere: Ibsens „Gespenster“. Der Abstecherbetrieb (38 Spielorte) beginnt mit Kohlen-LKW – bis 1948.

1948-1952
Intendant Erich Paul.

Spielstätte: „Gloria-Lichtspieltheater (heute: Kino „Kurbel“ in der Münsterstraße). 1949 erster eigener Omnibus, 30sitziger Daimler-Benz mit Warmluftheizung!
Schauspielergage 1948: 150 Mark.

1952-1962
Intendant Dr. Walter Falk.

Spielstätte: „Kurbel-Lichtspieltheater” (heute: Supermarkt in der Lönsstraße). Künstlerischer und wirtschaftlicher Aufschwung des Theaters. 1959/1960 erstes Auslandsgastspiel in Frankreich („Mutter Courage“), bis 1967 folgen weitere 18 Gastspiele in Frankreich und Belgien.

1963-1968
Intendant Jürgen Brock.

Spielstätten: „Kurbel-Lichtspleltheater”, später Aula des Adalbert-Stifter-Gymnasiums (bis 1976) Festigung der wirtschaftlichen und künstlerischen Anerkennung. Erfolgreiche Inszenierungen: Brechts „Puntila und sein Knecht Matti”.

1968-1972
Intendant Hans Dieter Schwarze.

Zusätzliche Spielstätte für kleine Produktionen: die Alte Feuerwache. Neuer Akzent beim WLT: „Volkstheater im Revier”. Große Resonanz bei Publikum, Spielstädten und Fachwelt. Erfolgreichste Inszenierung: „Marat” von Peter Weiss. Damit allein 36 Aufführungen in Holland, das von da an regelmäßiges Gastspielland wird.
Prominente Schauspieler beim WLT wie Claus Biederstaedt, Hans-Ernst Jäger, Günter Strack, Ursula Herking. Das Konzept, in Fabriken, Gefängnissen, auf Marktplätzen zu spielen, wurde teilweise realisiert. Ab 1968 hat das WLT regelmäßig (mindestens) eine Brecht-Produktion je Spielzeit im Programm.

Hans Dieter Schwarze in Wikipedia

1972-1979
Direktorium Dr. Frieder Weber (Künstlerischer Leiter) und Ernst Franz (Verwaltungsdirektor).

Richtlinie: Das Ensemble ist der Star.
Die erfolgreichsten Inszenierungen sind Stücke von Brecht: „Die heilige Johanna”, „Der kaukasische Kreidekreis”, „Schweyk im zweiten Weltkrieg”, „Herr Puntila und sein Knecht Matti” „Arturo Ui”.
Ab Spielzeit 1975/76 ein eigenes Ensemble fürs Kinder- und Jugendtheater, das großer Nachfrage entspricht.
1976 Umzug in die neu gebaute Stadthalle, wo dem WLT ein eigenes kleines Studio (100 Plätze) zur Verfügung steht, es sich für das Hauptprogramm aber jeweils im großen Saal einmieten muß. August 1979: Zum ersten Mal führt eine Frau Regie! Die 31jährige Anita Ferraris, in Italien geboren, in Deutschland und der Schweiz aufgewachsen, inszeniert fürs Kinder- und Jugendtheater Lew Ustinows Märchen „Der kleine Bär und seine Freunde“.

1979-1985: Direktorium Herbert Hauck (Künstlersicher Leiter) und Ernst Franz (Verwaltungsdirektor).
1985-1989: Direktorium Herbert Hauck (Künstlerischer Leiter) und Günter Dammeier (Verwaltungsdirektor).
1989-1996: Herbert Hauck (Intendant) und Norbert Kronisch (Verwaltungsdirektor).

Die erfolgreichsten Inszenierungen: Brecht/Weill „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny”, Frisch „Andorra”, Hauptmann „Die Weber”, Brecht „Leben des Galilei”, Horvath „Italienische
Nacht”, Mnouchkine „Mephisto”, Mann „Der Untertan”, Shakespeare „Othello”. Das Kinder- u. Jugendtheater wird eine der anerkanntesten und fortschrittlichsten Gruppen in der BRD – trotz ständiger finanzieller Bedrohung (u.a. keine Ganzjahresverträge für die Mitglieder dieses Ensembles).
Der Wunschtraum: eine eigene Spielstätte im oder am Zentrum von Castrop-Rauxel mit Proberaum, Werkstätten, Veranstaltungsräumen und einer kleinen, gemütlichen Theaterneipe für Schauspieler und Publikum, wo nicht nur das WLT Theater macht – ein kleines „Kulturzentrum” im Ruhrpott … Realistische Idee dazu: die ehemalige Zeche Erin.

1996-1997: Direktorium Harald F. Petermichl (Künstlerischer Direktor) und Norbert Kronisch (Geschäftsführender Direktor).
1997-1999: Harald F. Petermichl (Intendant) und seit 01.10.1997 Günter Wohlfarth (Kaufmännischer Direktor).

Das Direktorium Kronisch/Petermichl, das die Intendanz von Herbert Hauck ablöste, war ein neues Modell fürs WLT und ist auch heute in der deutschen Theaterlandschaft nicht ganz oft zu finden: Dem Geschäftsführenden Direktor oblag nämlich die gesamtverantwortliche Leitung des Theaters. Er war, so der damalige WLT-Vorstand Stadtdirektor Walter Stach gegenüber der Presse, “etwas gleicher” als der Künstlerische Direktor, der “etwas ungleicher” war.

1999-2003
Heinz-Rudolf Müller (Intendant).
Günter Wohlfarth (Kaufmännischer Direktor).

Seit Sommer 2002 verfügt das WLT über eine komplette Freilichtbühne mit Spielfläche und -Tribüne und sichert maximal 500 Zuschauern eine optimale Sicht auf das Bühnengeschehen – bei Gastspielen oder dem jährlichen Freilichttheaterwochenende in Castrop-Rauxel.

2003-2011
Sebastian Heindrichs (Intendant).
Günter Wohlfarth (Kaufmännischer Direktor).

Schon kurz nach Amtsantritt von Heindrichs gerät das WLT in existenzbedrohende Not: Kulturminister Dr. Michael Vespers (Bündnis 90/Die Grünen) Plan, die Fördergelder des Landes NRW um bis zu 40 Prozent zu kürzen, hätten ab Januar 2004 das Aus des Hauses bedeutet. Der massive Widerstand von Intendanz und Ensemble und den vielen WLT-Förderern und -Freunden (u.a. der Kreis Recklinghausen, die Trägerstädte, die Stadt Castrop-Rauxel, die Besucherorganisation „Volksbühne e.V.“, der Theaterförderkreis „Gesellschaft der Freude des WLT“) sorgte dafür, die politischen Verantwortlichen in Düsseldorf in letzter Minute doch noch umzustimmen.
Inhaltliche Ausrichtung: Unter Heindrichs wird das Repertoire-Theater eingeführt.
Seit Sommer 2006 hat das Castrop-Rauxeler Freilichttheaterwochenende auf dem Altstadtmarktplatz einen neuen Namen: “Bühne raus…! Theater im Freien”.

2011-2012
Ralf Ebeling vertritt für zunächst zwei Jahre Intendant Sebastian Heindrichs, der erkrankt ist.

Seit Dezember 2012
Sebastian Heindrichs geht auf Grund der Folgen der Erkrankung in den Ruhestand. Ralf Ebeling übernimmt die Intendanz.

Günter Wohlfarth (Geschäftsführender Direktor)
Ralf Ebeling (Intendant)

Historie

Über all die Jahre mobil: WLT-Busse aus den 1930er- bis 1970er-Jahren.