"Durch diese hohle Gasse muss er kommen"

In der Schweiz kennt jeder die Erzählung rund um Wilhelm Tell und den Rütlischwur. Doch auch hierzulande wird Schillers Werk aus dem frühen 19. Jahrhundert im Deutschunterricht besprochen, wenn es um die Analyse eines klassischen Dramas geht.

Das Westfälische Landestheater bringt Wilhelm Tell nun für Jugendliche ab 13 Jahren auf die Bühne. Premiere feiert die Produktion in der Regie von Peter Adrian E. Krahl am Sonntag, 15. April um 18 Uhr im WLT-Studio.

„Das WLT trat mit dem Wunsch einer für Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Klasse verständlichen und spannenden Inszenierung des Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell an mich heran“, erzählt der Regisseur. „Ich denke, das ist uns gelungen.“
In dem Jugendstück wurde die Originalsprache Schillers beibehalten; darin sieht Dramaturgin Sabrina Ullrich aber kein Problem: „Die Sprache gehört unumstritten zu dem Werk dazu. Unser Ensemble beschäftigt sich in der kompletten Probenzeit mit dem nicht ganz einfachen Vokabular. Wenn die Darsteller verstehen, was sie sagen, überträgt sich das auch auf unser junges Publikum.“

“Wir wollen eine Abenteuergeschichte erzählen.”

Die Handlung ist in der WLT-Inszenierung auf die drei wichtigsten Aspekte reduziert: die Heldengeschichte um Wilhelm Tell, die Liebesgeschichte zwischen Berta und Rudenz, sowie die politische Situation zwischen der Schweiz und Österreich. „In erster Linie erzählen wir eine Abenteuergeschichte, mit der wir die Schüler zum Nachdenken anregen, warum Tell überhaupt zu einem Helden wird“, so Peter Adrian E. Krahl. „In der Vorbereitung mit den Schulklassen haben wir gesehen, dass das Heldenthema eine große Rolle bei den Jugendlichen spielt. Mit unserer Inszenierung wollen wir aber keine bloße Lektürehilfe sein. Vielmehr möchten wir zeigen, was Theater kann: Den Stoff sinnlich umsetzen.“ Sabrina Ullrich ergänzt: „Neben dem hohen Wiedererkennungswert können die Schülerinnen und Schüler einen anderen Blick auf das Werk werfen.“ Die Jugendlichen werden anhand der aufwendig gestalteten Kostüme von Ausstatter Laurentiu Tuturuga, die sich an der Ästhetik der Serie „Game of Thrones“ orientieren, in die Zeit des Mittelalters versetzt. Das variable Bühnenbild ermöglicht es, die Handlung an verschiedenen Orten spielen zu lassen. Auch der politische Konflikt zwischen der Schweiz und Österreich wird anhand von Farbspielen im Bühnenbild zu erkennen sein.

Interessierte Lehrerinnen und Lehrer können sich für weitere Informationen an Kathrin Kleine-Onnebrink (Theaterpädagogik) wenden: 02305 – 978056 oder kleine-onnebrink@westfaelisches-landestheater.de.

Für die Premiere am 15. April um 18 Uhr sind noch Karten zum Preis von 20€ (erm. 16€) an der Theaterkasse des WLT erhältlich. Reservierungen bitte bei Vanessa Meiritz unter 02305 – 978020 oder per Mail an: meiritz@westfaelisches-landestheater.de.