So war Teil 2 des Bühnensturms

Auch der zweite Teil das WLT-Spielclub-Festival „Bühnensturm“ ist am ersten Juni-Wochenende erfolgreich zu Ende gegangen. Der Jugendclub zeigte seine „Peter Pan“ Interpretation von Dr. Ipek Abali am Freitag vor ausverkauftem Publikum. Den Abschluss machte der Spielclub Generatiös mit seinem Stück „Jackpot. Eine irische Komödie“.

Eine entspannte Stimmung herrschte am Freitagabend vor und hinter der Bühne des WLT-Studios. Der WLT-Jugendclub hatte zu seiner Vorstellung von „Peter Pan“ geladen. Viele Besucher, darunter Freunde und Familien der Spieler, waren der Einladung gefolgt und sorgten für eine ausverkaufte Vorstellung. Für den Jugendclub war es schon die zweite Vorstellung ihres Stücks. Die Premiere hatte sie bereits beim Unruhr-Festival Anfang Mai gefeiert.

Der Jugendclub zeigte zum zweiten Mal “Peter Pan”

Die 13 Spieler waren vor der erneuten Aufführung sehr entspannt. Richarda Danguiller (17), die den Piraten Robin Mallins spielt, ist seit zehn Jahren dabei: „Besonders viel Spaß macht mir, dass die Figur Robin Mallins so ganz anders ist, als ich. Er zeigt ein sehr einfaches Denken und weil es so anders ist, ist es für mich sehr spannend in diese Rolle zu schlüpfen.“ Wie ihre Spielkollegen war Richarda sofort begeistert von der Stückauswahl. Die Idee für immer ein Kind zu bleiben, gefiel ihr auf Anhieb. Ihre Nervosität merkt man ihr an diesem Abend kurz vor der Vorstellung gar nicht an. „Beim ersten Mal war ich sehr nervös. Aber ich bin es doch immer wieder aufs Neue. Das Publikum reagiert ja immer anders und oft auch anders als man denkt.“

Auch Peter Pan –Darsteller Elias Zimmermman (15) strahlt eine halbe Stunde vor der Aufführung viel Ruhe aus: „Ich bin schon sehr happy mit meiner Hauptrolle“ erklärt er. Die Geschichte kennt er aus der Kinderheit besonders von der Disney-Version. Seit zwei Jahren spielt er nun im Spielclub und freut sich, sein schauspielerisches Talent in der Hauptrolle unter Beweis stellen zu können. Ein Können, das wohl ein Hobby bleiben wird, denn beruflich sieht er seine Zukunft in einen anderen Job, „Ich würde es gerne beruflich machen. Aber die Schauspielerei ist ein unsicherer Job. Daher habe ich mich für etwas anderes entschieden. Ich starte im Sommer mit einer dualen schulischen Ausbildung zum Mediengestalter.“

Auch die zweite Vorstellung von „Peter Pan“ mit einer zickigen Fee, viel Nebel und einem Hoverboard war ein voller Erfolg. Bei gutem Wetter feierten die Gäste anschließend im und vor dem Studio-Foyer mit den Darstellern.

Bei Generatiös stand ein toter Lottogewinner im Mittelpunkt

Die 12 SpielerInnen der Gruppe Generatiös nahmen die Zuschauer mit auf eine unterhaltsame Reise nach Irland. Ein toter Lottogewinner und ein ausfuchster Plan wirbeln ein kleines Dorf bis zum unerraschenden Happy End gehörig durcheinander. Mit vier Stehleitern, Whisky, Witz und Spielfreude überzeugte Generatiös sein Publikum.

Im Anschluss an die Vorstellung zeigte sich Pig Finn-Darsteller Alexander Schillert (33) sehr entspannt. Er ist in diesem Jahr zum zweiten Mal dabei und freut sich über das locker-fröhliche Stück. „Theaterspielen bedeutet für mich, dem Alltag zu entkommen. Dabei kann man das Leben anders fühlen. Es macht mir einfach Spaß, mit Emotionen zu spielen.“ Mit seiner diesjährigen Rolle als Schweinebauer ist er gut klar gekommen. „Stinken finde ich gut!“ ergänzt Schillert mit einem Lachen.

Auch sein Kollege Rainer Gotzian (58) zeigt sich nach der Premiere gelöst. Er ist „schon immer dabei“. Seine Begeisterung für das Theaterspielen kommt nicht von ungefähr. Im wahren Leben ist er Theaterthearpeut in einer psychiatrischen Klink in Herten. Trotzdem ist sein Mitwirken im Spielclub etwas ganz anderes: „Hier darf ich die Sau rauslassen. In meiner Klinik bin ich Therapeut. Hier kann ich aus meiner Rolle raus.“ Und das macht ihm sichtlich Spaß. Kein Wunder also, dass er auch in der nächsten Spielzeit wieder mit dabei sein wird.

Für die neuen Spielclubs kann man sich nach den Theaterferien anmelden. Genaue Termine werden noch bekannt gegeben. Infos unter: 02305-978056

Foto: Antje Lewitz-Danguillier