Kriegerin

Tina Müller, nach einem Film von David Wnendt
Jugendstück
Inszenierung Katrin Herchenröther >> Ausstattung Jeremias Vondrlik >> Musik Stefan Leibold >> Dramaturgie Sabrina Ullrich >> Theaterpädagogik Melanie Kraft >> Regieassistenz / Abendspielleitung Jolanda Uhlig >> Marisa Ina-Lene Dinse >> Rasul Jan Westphal >> Svenja / Bea Johanna Pollet >> Sandro / Oliver / Franz Julius Schleheck >> Markus / Jamil / Clemens Banar Fadil

Zum Stück

»Demokratie ist das Beste, was wir je auf deutschem Boden hatten. Wir sind alle gleich. In einer Demokratie darf jeder mitbestimmen.« Doch dass mit »jeder« auch Ausländer gemeint sind, passt der jungen Marisa so gar nicht. Ihr Hass richtet sich direkt gegen Ausländer, Politik und Polizei. Die sind schuld, dass Deutschland den Bach runtergeht. Wer nicht in ihr Weltbild passt, kriegt aufs Maul.
Das bekommen auch die beiden jungen Flüchtlinge Rasul und Jamil zu spüren, die Marisa und ihren rechtsradikalen Freunden zufällig in die Hände fallen. Marisa räumt die beiden kurzerhand mit ihrem Auto von der Straße. Als Rasul danach bei Marisa auftaucht, weil er nun in Deutschland auf sich alleine gestellt ist, kommen der jungen Neonazi Zweifel an ihrer Ideologie.
Gleichzeitig drängt sich die 15-jährige Svenja in die Clique. Sie will frei sein und der Kontrolle ihres Stiefvaters entfliehen. Doch während Svenja immer tiefer in die rechtsradikale Szene reinrutscht, fühlt sich Marisa unfreiwillig für Rasul verantwortlich. Sie ist bereit, etwas zu ändern, doch der Preis dafür ist höher, als sie ahnt.

David Wnendts Film »Kriegerin« (2011) wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderpreis Deutscher Film 2011, dem Bayerischen Filmpreis 2011 und dem Deutschen Filmpreis 2012.
Tina Müllers Bearbeitung bleibt eng an der Vorlage, öffnet aber behutsam den Blick auf die Erfahrungen der Flüchtlinge ebenso wie auf die Menschen außerhalb der rechten Szene und fragt so nach der Verantwortung jedes Einzelnen.

 

Pressestimmen

“Die WLT-Regisseurin fokussiert vielmehr auf die Situation der beiden Flüchtlinge, fügt die Realsatire einer Willkommensklasse ein und baut im zweiten Teil die allmähliche Annäherung zwischen Marisa und Rasul, den sie in einem rostigen Container […] hausen lässt, zur Haupthandlung aus.”
Herner Sonntagsnachrichten, Pitt Herrmann

Aufführungstermine

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