"Hape Kerkelings Pilgerreise am WLT: ironisch und intensiv, ernst und launig"

Am 08. Dezember feierte das Westfälische Landestheater die zweite Premiere der Spielzeit 2018/19. Mit Ich bin dann mal weg inszenierte Urs Alexander Schleiff eines der erfolgreichsten deutschen Sachbücher überhaupt.

Pressestimmen

„Ich bin dann mal – auf der Bühne. Hape Kerkelings Pilgerreise am WLT: ironisch und intensiv, ernst und launig.
[…] Da verwundert es nicht, dass die Uraufführung einer Bühnenfassung (Monika Reithofer) am Westfälischen Landestheater die erwartete Reaktion auslöste: Schon früh ausverkaufte Premiere in der Stadthalle, Zusatzvorstellung im Januar, viele „zeitnahe“ Gastspiele in der Region: „Ich bin dann mal weg“ als strategisch geplanter Theater-„Blockbuster“.
Es ist ein Abend für Fans, bei dem es um das Wiedererkennen und Erinnern geht, um die wohlige Bestätigung des Vertrauten. Monika Reithofer konzentriert sich kon-sequent auf die zentralen Situationen, Dialoge und Reflexionen, die sich im Ge-dächtnis des Lesers festgesetzt haben. Dabei rückt das Stück, im Gegensatz zum Kinofilm, die wirklich wichtigen Helden in den Vordergrund, stellt auf die allmählich entstehende Freundschaft zwischen Hape, der Engländerin Anne (Svenja Marija Topler) und Sheelagh (Xenia Wolfgramm) aus Neuseeland ab. Regisseur Urs Alexander Schleiff findet jederzeit die passenden Bilder für das, was Kerkeling nicht ohne Selbstironie als beschwerliche Reise zu sich selbst beschreibt. Humoristische Szenen wie der groteske Transport des Fußlahmen auf einem Schaf-Transporter wechseln – fein ausbalanciert – ab mit banalen oder ärgerlichen Begegnungen und Momenten voller Nachdenklichkeit, in denen das Ensemble um Mike Kühne in die Rollen auch nachrangiger Buch-Figuren schlüpft.
In Stunden besonders stark empfundener Einsamkeit und Ratlosigkeit erinnert sich der Suchende an seine Kinderzeit bei der Oma, und die Gedankendialoge, die Ha-pe dann mit der als Filmeinblendung erscheinenden Großmutter (Vesna Buljevic) noch einmal führt, gehören zu den besonders intensiven Momenten der begeistert gefeierten Theater-Pilgerreise.“
WAZ, Wolfgang Platzeck

„Humoristisch inszeniert und mit einigen typischen Ruhrpott-Schmunzlern verse-hen, nehmen sieben starke Darsteller das Publikum mit auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela. […] Mit stichelndem Humor und Aufrichtigkeit erweckt Mike Kühne die Figur des Hape Kerkeling zum Leben, ohne sie zu kopieren. Die außer-gewöhnliche Darstellungsform des Stücks erlaubt es den Zuschauern, in die Ge-dankenwelt des Mannes einzudringen, ohne die Geschichte dabei aus den Augen zu verlieren. Die aus dem Originalbuch zitierten Texte lassen Kerkelings Geschichte ihren Charakter. […]
Kühne präsentiert einen Hape, der der Welt um sich herum mit einem sanften, aber echten Humor begegnet, ohne dabei zu übertreiben. Zugute kommt Kühne dabei sein Talent, die Rolle ganz für sich anzunehmen, und die langen, ausdrucksvollen Passagen auf lebendige, Hape-typische Weise zu erzählen. Wer „Ich bin dann mal weg“ nur als Hörbuch kennt, könnte überrascht sein von der Ähnlichkeit der Stim-men von Mike Kühne und Hape Kerkeling. […]
Das auf einer Seite lebendige und lustige Stück, das vor allem durch die übertrie-bene Darstellung der unterschiedlichen Nationalitäten der Pilger an Würze gewinnt, besticht gleichzeitig auch durch die emotionalen, teilweise religiösen Einschübe. [….]
Wer das Buch gelesen hat, wird einige Passagen schnell wiedererkennen. Beson-ders die prägenden Begegnungen, die in Hape Kerkelings Wandertagebuch erzählt werden, finden ihren Platz auf der Bühne. Knackige Dialoge und Hapes innere Monologe erinnern den Zuschauen durch das ganze Stück hindurch daran, was es eigentlich ist: ein Tagebuch.
[…] Bei der ausverkauften Premiere am Samstag gab es nach dem Stück minuten-langen Applaus, fünfmal kamen die Schauspieler zurück auf die Bühne und durf-ten sich bejubeln lassen. […].“
WAZ / Ruhr-Nachrichten lokal, Silja Fröhlich

„Turbulenter Spaß für Hape-Fans. […]
Weil Theater aber immer live ist und das WLT mit Mike Kühne über einen nicht nur äußerlich an Hape Kerkeling erinnernden Schauspieler im Ensemble um das be-gnadeten Slapstick-Trio Guido Thurk, Burghard Braun und Emil Schwarz verfügt, können sich Hape-Fans auf flott inszenierte pointierte Dialoge und szenische Ka-binettstückchen freuen in der wandlungsfähigen Wanderbühnen-Ausstattung von Marlit Moser. […] Die bestens aufgelegte siebenköpfige WLT-Truppe offenbart enorme Spielfreude in situationskomischen Anekdoten wie gleich zu Beginn im Kleintransporter des seine Schafe auf die Bergweide verfrachtenden Bauern, mit den Feuerwehrleuten an der temporär versiegenden Rolandsquelle oder später auf der Massagebank. Herrlich zickig Svenja Marija Topler als männlichen Pilgern ge-genüber höchst misstrauische Anne, saftig-derb Xenia Wolfgramm als Österreiche-rin und Vesna Buljevic als Schwäbin (und als lebensweise Oma Bertha per Video im fiktiven Zwiegespräch mit Hape).“
Halloherne.de, Pitt Herrmann

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