Premiere von "Unterwerfung"

Premiere von zeitgenössischem Stück im WLT!

Der Vorsitzende der Bruderschaft der Muslime gewinnt die Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022. Diese kontrovers diskutierte Zukunftsvision eines Landes, in dem das Patriarchat und die Polygamie nach einem politischen Machtwechsel eingeführt werden, entwirft Michel Houellebecq entin seinem 2015 erschienenen Roman Unterwerfung.
In einer eigenen Adaption bringt Regisseur Gert Becker den Bestseller nun auf die Bühne des Westfälischen Landestheaters. Premiere feiert die Inszenierung am Samstag, 10. Februar um 20 Uhr im WLT-Studio. Karten gibt es nur noch für die Vorstellung am Freitag, 23. Februar um 20 Uhr in der Stadthalle.

Gespräch mit Gert Becker und Dramaturg Christian Scholze

„Es ist nicht ganz leicht, einen über 300 Seiten langen Roman, der im Übrigen auch noch einen Ich-Erzähler hat, für die Bühne wirkungsvoll zu inszenieren. Doch ich möchte vor allem François’ Geschichte erzählen“, erklärt Gert Becker. François – das ist der Protagonist des Romans, ein desillusionierter Akademiker, der sich mehr mit amourösen Abenteuern, als mit der politischen Situation seiner Heimat beschäftigt. Bis er – unter der Bedingung zum Islam zu konvertieren – das Angebot für ein neues Forschungsprojekt erhält. „Wir haben vier Schauspieler auf der Bühne, die alle verschiedenen Facetten des Protagonisten darstellen.“
Auch bei einem eher ernsten Thema ist es Regisseur Gert Becker daran gelegen, sein Publikum bestens unterhalten zu sehen. „Die Figuren interagieren, kommunizieren und kommentieren – einfach gesagt: Es passiert etwas auf der Bühne.“ Das ist gerade bei einem textlastigen Stück wichtig. „Die literarische Qualität von Houellebecqs Roman ist großartig. Eine Bühnenadaption bietet die Möglichkeit, mit der Sprache zu variieren und in Dialogen, Monologen und szenischen Momenten der Geschichte zusätzliche Aspekte zu verleihen“, ergänzt Christian Scholze.
„François ist eine emotionslose und einsame Person. Er kann keine Gefühle zeigen oder soziale Beziehungen aufbauen. Frauen sind für ihn mehr Gegenstand zur Lustbefriedigung, als wirkliche Menschen mit Emotionen“, so Gert Becker. „Letztlich entscheidet sich François, zum Islam zu konvertieren. Nicht aber, um seine berufliche Zukunft voranzutreiben – nein, vielmehr gestattet ihm seine neue Religion, die Polygamie legal auszuleben.“ Ohne Frage hat Houellebecq mit seinem Roman eine visionäre Überhöhung der Entwicklung eines europäischen Landes unserer Zeit entworfen, die nicht realistisch sein mag, aber möglich. „Für mich entwirft der Roman kein ‚Horrorszenario’ der Unterwerfung unter die muslimische Welt, sondern möchte vielmehr den Werteverfall unserer westlich-kapitalistischen Gesellschaft aufzeigen“, so Christian Scholze.

Die Premiere ist bereits restlos ausverkauft. Für die zweite Vorstellung in Castrop-Rauxel am 23. Februar um 20 Uhr (Stadthalle) sind jedoch noch Karten verfügbar (20€, erm. 16€ in der 1. Preiskategorie und 18€, erm. 14€ in der 2. Preiskategorie).

Reservierungen erfolgen an der Theaterkasse:
Vanessa Meiritz, telefonisch unter 02305 – 978020 oder per Mail an meiritz@westfaelisches-landestheater.de: meiritz@westfaelisches-landestheater.de.