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Christian Scholze
Blitzlichter

Fragen an Christian Scholze

Christian Scholze, Impulsgeber für IN ZUKUNFT. Warum braucht es den Wettbewerb?
Es herrscht ein eklatanter Mangel an Stücken, die das Thema Zuwanderung bzw. Interkultur thematisieren. Das ist wirklich schrecklich. Mein Stück, „Schwarze Jungfrauen“ ist nur bedingt ein gutes Beispiel für solche Stücke, da es eher in den Bereich „Dokumentationstheater“ fällt. Das wollen wir nicht ausschließen, es ist aber so, dass wir uns wirklich Stücke mit Handlungsbögen, Charakteren, die sich aufeinander beziehen etc. wünschen.

Wie groß ist das Stücke-Angebot von „Bio-Deutschen“-AutorInnen?
Riesig!

Was ist die besondere Herausforderung für das Theater zu schreiben?
Ich bin grundsätzlich davon überzeugt, dass das Theater der Ort ist, an dem gesellschaftlich relevante Themen am Besten diskutiert und ausgetragen werden können. Und es gibt ja kaum etwas Relevanteres und emotional Aufgeladeneres als das Mit- und Gegeneinander der Kulturen. Von daher ist die Bühne auch der spannendste Ort für Texte, die sich mit dieser Thematik beschäftigen.

Wie wird man Autor für Theaterstücke?
Man kann es studieren. Es gibt viele Wege. Da ich selber in meinem Berufsfeld ein Quereinsteiger bin, finde ich es gut, wenn jemand den Mut und das Engagement entwickelt, es zu versuchen und dadurch immer besser zu werden. IN ZUKUNFT bietet die Möglichkeit Aufbau, Struktur, Plot-Entwicklung, Charakterentwicklung, Spannungsbögen – alles was dazu gehört- im Laufe der acht Monate weiterzuentwickeln.

Die Erzähl-Traditionen auf den europäischen Bühnen unterscheiden sich wodurch?
Grundsätzlich sind wir in unseren Traditionen europaweit von denselben Übervätern geprägt: u.a. sind das Sophokles, Euripides, Shakespeare, Molière, Kleist, Büchner usw. Selbstverständlich ist aber auch jedes Land schon durch die unterschiedlichen Mentalitäten und AutorInnen, die es geprägt haben, individuell anders. Die Türkei hat Rumi, Deutschland hat Goethe, Italien hat Dante…um es mal etwas plaktiv auf den Punkt zu bringen.

Ist IN ZUKUNFT ein einmaliges Projekt oder geht es in Serie?
Wir müssen sehen, wie das Projekt angenommen wird. Geplant sind inszenierte Lesungen der neun neu entstehenden Arbeiten und die Uraufführung eines ausgewählten Stückes. Dann kann man darüber nachdenken, was sich daraus ergibt und wie eine Weiterführung aussehen könnte.

Das WLT führt den Wettbewerb durch, was ist ihre Aufgabe?
Ich bin das Bindeglied zu den Projektpartnern und werde die Uraufführung des prämierten Stückes inszenieren.

Christian Scholze im Web

„Ich lese Stücke dramaturgisch, unter
den Gesichtspunkten: Packt mich das Thema? Hat es eine literarische Qualität? Kriege ich Bilder?“
Christian Scholze
 

"Es herrscht ein eklatanter Mangel an Stücken, die das Thema Zuwanderung bzw. Interkultur thematisieren."
Christian Scholze
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