Interview mit Musiker Patrick Sühl

Patrick Sühl ist Sänger in mehreren Bands, Gitarrist, Musikschullehrer – kurz um: ein Allround-Talent in Sachen Musik! Mit “Beat-Club – Die Musik einer Generation” hat das Westfälische Landestheater ihn zum ersten Mal auf die Theaterbühne geholt. Wenige Tage vor der Premiere am Freitag, 9. Juni haben wir mit Patrick über seine Bands, die Musik und den Heavy Metal gesprochen und ihn gefragt, wie es ist, an einer Theaterproduktion mitzuwirken.

WLT: Mit „Beat-Club“ feierst du in ein paar Tagen Premiere im Parkbad Süd? Ist es deine erste Produktion für das WLT?
Es ist nicht nur meine erste Produktion für das WLT, sondern meine erste Theaterproduktion überhaupt.

WLT: Wie entstand der Kontakt zu dem musikalischen Leiter und Regisseur Tankred Schleinschock?
Das ist eine lustige Geschichte! Tankred war auf der Suche nach einem Sänger, der die hohen, kraftvollen britischen Rocksänger abbilden kann und dachte sich wohl „wer Ian Gillan singen kann, kriegt den Rest sicher auch hin!“. Also hat er bei YouTube nach „Deep Purple-Tribute Bands“ gesucht, ist auf meine Band „Purple Rising“ gestoßen und war angetan genug, mich zu googlen. Er landete auf der Seite der Musikschule, an der ich unterrichte und rief dort an, was dazu führte, dass ich montags von der Schulleitung mit den Worten „das Westfälische Landestheater bittet um Rückruf!“ empfangen wurde und fest davon überzeugt war, dass da irgendwer was falsch verstanden haben muss!

WLT: Dem war aber nicht so! Welche Rolle übernimmst du in „Beat-Club“? Und was gefällt dir daran?
Ich bin mir gar nicht so sicher, ob das „Enfant Terrible“ für mich wirklich eine Rolle oder doch eher meine Natur ist…

WLT: Was reizt dich besonders an der Produktion?
Im Grunde alles! Die Musik, die Kollegen und vor allem das Kennenlernen einer völlig neuen Welt am Theater.

WLT: Du wirkst in über 5 Bands mit. Wie sieht denn dein Alltag als Musiker und Sänger aus?
Mein typischer Wochentag beginnt etwa um 9.30 Uhr mit dem Üblichen: Rechnungen schreiben, unfassbar viele Telefonate führen, um Terminkollisionen zu vermeiden, der Vorbereitung von Songs – und es gibt auch immer die eine oder andere Audioproduktion, die noch ein wenig Aufmerksamkeit erfordert. Am frühen Nachmittag unterrichte ich dann Gesang und Gitarre. Abends wird mit den verschiedenen Bands, je nach Notwendigkeit, geprobt.
Freitag, Samstag und Sonntag gehören dann ganz klassisch der Bühne!

WLT: Wann hast du überhaupt mit der Musik angefangen?
Da ich aus einer musikalischen Familie stamme, war Musik gefühlt immer da. Aber mit 7 Jahren hab ich die erste Gitarre zu Weihnachten geschenkt bekommen.

WLT: Du hast in den verschiedensten Formationen mitgewirkt: Schlager, Heavy Metal, Jazz-Bigband? Hast du überhaupt eine Lieblingsmusikrichtung?
Absolut! Ich bin tief im klassischen Rock beziehungsweise Hard-Rock verwurzelt! Durch meinen Onkel und meinen Vater bin ich mit Bands wie Kiss, W.A.S.P., Deep Purple, AC/DC, Whitesnake, UFO – diese Liste könnte ich ewig weiterführen! – aufgewachsen und auch wenn ich als Jugendlicher natürlich versuchte, „krasser“ zu sein als meine Eltern und mich dem extremeren Heavy Metal zuwandte, sind das doch die Bands, die bis heute immer wieder auf dem Plattenteller landen!

WLT: Wer hat dich musikalisch inspiriert?
Die oben genannten Bands natürlich und viele Hundert weitere, meine Gesangslehrerin Renate Otta, meine Gitarrenlehrer Michael Brettner, Frithjof Böhle-Holzapfel und Gerhard Vieluf und im Grunde auch jeder Musiker, mit dem ich zusammenarbeite.
Meine Idole wären wohl für den Gesang Jørn Lande und an der Gitarre Nuno Bettencourt.

WLT: Wie hast du die Proben am WLT erlebt?
Sie machen einen Riesenspaß! Es ist toll zu sehen, wie sich ein Stück mit jedem Tag weiterentwickelt.

WLT: Hast du eine Lieblingsszene?
Die Szene, die ich am liebsten spiele ist „Lazy Sunday“ von den Small Faces. Der Song ist ohnehin schon witzig und die Bühnenshow ist einfach wunderbarer Slapstick! Die Szene, die ich mir am liebsten anschaue ist ohne Frage „Elected“. Das ist ein echtes Spektakel und Max gibt einen fantastischen Alice Cooper.

WLT: Warum sollten sich die Zuschauer unbedingt „Beat Club“ bei uns ansehen?
Es ist ein tolles Stück mit großartiger Musik, spielfreudigem Ensemble und wunderbarer Band, das von Tankred sehr liebevoll inszeniert wurde!

Die Premiere von “Beat-Club – Die Musik einer Generation” feiert das WLT am Freitag, 9. Juni um 19.30 Uhr im Parkbad Süd. Weitere Vorstellungen im Rahmen unseres Freilichtprogramms “Bühne raus – Theater im Freien” finden Samstag, 10. Juni und Sonntag, 11. Juni jeweils um 19.30 Uhr statt. Für die Vorstellung am Sonntag können noch Karten erworben werden: behlau@westfaelisches-landestheater.de oder 02305-978020.

Erste Eindrücke und Informationen über unsere musikalische Produktion finden sie hier!